Institut für theatrale
Angelegenheiten
Fallada, oder die Kunst ein un-perfektes Leben zu
>
Immer wieder wird das Leben des Dichters Hans Falladas durchkreuzt von Aufenthalten in Psychiatrien und Haftanstalten, er begegnet Verlegern, Dealern, Psychiatern, Prostituierten, Bauern, Erpressern, Polizisten, Kriegsflüchtlingen und Adeligen, allesamt Repräsentanten einer Gesellschaft im Taumel. So hautnah und mitfühlend Fallada uns in seinen Werken gegenüber tritt, näherte sich das junge Ensemble in einer kollektiven Forschungsarbeit dessen Leben und Schaffen.

„Fallada oder die Kunst, ein Un- perfektes Leben zu führen“ ist die Auseinandersetzung mit dem Leben, Wirken und den Werken des Dichters und Romanautoren Hans Fallada. Durch die Umsetzung des Projekts im ländlichen Raum sollte außerdem eine Förderung und Aufwertung der ruralen Kulturlandschaft stattfinden, sowie eine Reflexion von historischen und künstlerischen Zusammenhängen in der Literatur herbeigeführt werden. In diesem Kontext liegt ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit auf der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit, sowie auf der Beleuchtung von gesellschaftlichen Randgruppen wie z.B. Suchtkranken, psychisch Kranken und (ehemaligen) Häftlingen. Weitere Themenfelder der Arbeit sind soziale Ungerechtigkeit, Sucht, Extremismus und der Wandel gesellschaftlicher Strukturen. Falladas bewegtes Leben wird mitreißend und einfühlsam in Kontrast zu seinem literarischen Schaffen gesetzt, indem auch die schillernden Charaktere und Szenen aus seinen Romanen und Geschichten in die Handlung eingewoben werden.